Geschichte
Archäologische Untersuchungen am Eingang zum Klostertal und in den umliegenden Regionen sowie Einzelfunde deuten auf eine urgeschichtliche Nutzung als Verkehrsweg hin. Der Nachweis einer dauerhaften Besiedelung vor dem Hochmittelalter blieb jedoch bis dato aus. Die vielfach in Publikationen erwähnten, vermeintlichen Römerstraßen oder ähnliche urzeitliche Wege über den Arlberg entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage. Der Einfluss des – ebenfalls viel zitierten – Bergbaus im Bereich des Kristbergs auf die Besiedlung bleibt aufgrund der spärlichen Quellenlage ebenfalls unklar. Zweifellos wurden die Gebiete des Klostertals vom Walgau und dem Rheintal aus für die Weidebewirtschaftung genutzt. Romanische Flurnamen belegen die Bedeutung der Alpwirtschaft. Die günstigsten Verhältnisse für die Errichtung von Siedlungen fanden sich wohl anfangs in der westlichen Talhälfte, weshalb hier auch überwiegend romanische Siedlungsnamen zu finden sind. Östlich von Dalaas hingegen treffen wir vor allem auf deutsche Ortsnamen.
Eine besondere Rolle bei der Kolonisation des Klostertals spielte die Pfarre Nüziders. Bis 1386 gehörte das ganze Tal ihrem Verband an; erst in jenem Jahr folgte die Loslösung der Orte Klösterle und Dalaas. Im Hochmittelalter gewinnt das Klostertal auch zunehmende Bedeutung als Verkehrsverbindung. Graf Hugo I. von Montfort trachtete nach einer Belebung des Ost-Westverkehrs mit dem Hintergrund, die Entwicklung seiner Stadt Feldkirch zu fördern. Er forcierte die Ansiedelung des Johanniterordens, der 1218 auch mit Gütern im „Tal der heiligen Maria“ – dem heutigen inneren Klostertal – ausgestattet wurde. Mit der Schenkung war die Auflage verbunden, eine Herberge zu errichten und den armen Passwanderern Unterkunft zu bieten. Das „Clösterlin“ oder „Kloster“ scheint in mehreren Urkunden auf. Es wirkte zunächst für den Ort – Klösterle – Namen gebend, und schließlich setzte sich für das gesamte Tal der Name Klostertal durch.
Der Ausbau des Weges über den Arlberg im 14. Jahrhundert führte zu einer Zunahme des Verkehrs. Am Fuße des Passes entstand eine Art „Wärmestube“, auf welche der heutige Ort Stuben zurück zu führen ist, und Heinrich Findelkind gründete 1386 ein Hospiz in St. Christoph zur Rettung von verunglückten Wanderern. Im 14. Jahrhundert entstand auch eine herrschaftliche Zollstätte, von der erstmals 1343 berichtet wird.
Die Bevölkerung von Klösterle leistete Vorspanndienste für den Arlbergverkehr, was willkommene Verdienstmöglichkeiten bedeutete. Damit verbunden war die Aufgabe, Straßen, Wege und Brücken zu erhalten. Zudem übernahmen die Bewohner des Tales im Winter das „Wegbahnen“, um den Verkehr während der kalten Jahreszeit zu ermöglichen. Infolge sich verändernder politischer Rahmenbedingen sank die Bedeutung des Verkehrs über den Arlberg ab dem 15. Jahrhundert und der einstige Fahrweg verkam zu einem Saumpfad. Dieser Zustand sollte drei Jahrhunderte so bleiben, was zur Folge hatte, dass das Klostertal in der frühen Neuzeit von empfindlichen wirtschaftlichen Rückschlägen betroffen war.
Es liegt nahe, dass die landwirtschaftlichen Flächen nunmehr verstärkt genutzt werden mussten, was den Siedlungsausbau entsprechend einschränkte.

