Verkehr

Arlbergbahn
Arlbergbahn
Arlbergbahn

Neuen Aufschwung brachte der Ausbau der Arlbergstraße gegen Ende des 18. Jahrhunderts, indem zusätzliche Erwerbsmöglichkeiten in Form von verschiedenen Dienstleistungen entstanden. Die Siedlungen erhielten – vor allem nach der Fertigstellung der Kunststraße über den Arlberg 1824 – noch mehr den Charakter von Straßendörfern. Im Verlauf des 19. Jahrhundert entwickelte sich eine neue technische Errungenschaft jedoch zur harten Konkurrenz für den Straßenverkehr: die Eisenbahn. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts machte sich infolge der Eröffnung der Bahnlinien in Süddeutschland ein Rückgang des Passverkehrs bemerkbar. Mit der Eröffnung der Arlbergbahn 1884 kam der Straßenverkehr über den Arlberg praktisch vollständig zum Erliegen und der Weg fand nur mehr Verwendung als Alp- und Wanderweg. Für die Gemeinden des Klostertals brachte der Bau der Arlbergbahn einschneidende Veränderungen mit sich. Einerseits prägte die neue Eisenbahnstrecke das Landschaftsbild entscheidend, während sich andererseits die Anwesenheit von tausenden Arbeitern im Tal über mehrere Jahre naturgemäß auf das Sozialgefüge auswirkte. Für die wirtschaftliche Entwicklung bedeutete die Arlbergbahn neue Möglichkeiten. Die Gemeinden haben von großen Bauprojekten – etwa der Errichtung des Spullerseekraftwerks 1919 bis 1925 und des Kraftwerks Braz 1947 bis 1954 – stets profitiert. Auch als Arbeitgeber ist die Eisenbahn im Klostertal seit Jahrzehnten nicht wegzudenken. Letztlich wäre auch die anfänglich zaghafte, aber äußerst erfolgreiche Entwicklung des Arlbergs zu einem Tourismuszentrum von Weltruf ohne die Arlbergbahnstrecke nicht vorstellbar.

Das heutige Erscheinungsbild des Klostertals ist stark vom Verkehr als Hauptverbindung von Vorarlberg nach Ostösterreich geprägt. Im vergleichsweise engen Bereich des Talbodens reihen sich die Arlbergbahnstrecke, die Bundesstraße, die Arlbergschnellstraße S 16 und die Hauptstromleitungen Tirol-Vorarlberg aneinander. Die landwirtschaftlichen Strukturen haben sich im Laufe des 20. Jahrhunderts stark verändert, doch prägen sie das Erscheinungsbild der Gemeinden nach wie vor maßgeblich. Deren Charakter wird auch durch den Tourismus beeinflusst, der vor allem im Winter bedeutende wirtschaftliche Impulse gibt.

Die ausgeprägte Verkehrsinfrastruktur – sowohl im Individualverkehr wie auch im Öffentlichen Personennahverkehr – ermöglicht einen hohen Pendleranteil.